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Aktualisiert: Mai 12


(ADAC Luftrettung gGmbH) Die ADAC Luftrettung geht aufgrund des sich in Deutschland abzeichnenden Fachkräftemangels im Rettungsdienst neue Wege bei der Rekrutierung von Rettungshubschrauberpiloten. Das gemeinnützige Unternehmen mit Sitz in München kooperiert ab sofort mit einer der größten US-amerikanischen Flugschulen, der Hillsboro Aero Academy (HAA) in Portland/Oregon. Ziel der Zusammenarbeit ist es, junge Menschen für die „Rettungsfliegerei“ zu begeistern und geeigneten Bewerbern nach einer fundierten Ausbildung in den USA einen Cockpitarbeitsplatz in Deutschland anzubieten. Einen entsprechenden Vertrag für die strategische Partnerschaft besiegeln Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung, und Natalia Cimpean, Chief Operations Officer HAA, auf der Heli-Expo, der weltgrößten Helikoptermesse in Los Angeles.

Das eigens entwickelte neue ADAC Luftrettungs-Ausbildungsprogramm, zu dem es im März und April bereits erste Informationsveranstaltungen in München, Bonn und Friedrichshafen gibt, richtet sich in erster Linie an Bewerber aus dem deutschsprachigen Raum. Und zwar sowohl an Interessenten ohne Flugerfahrung als auch an Piloten, die sich bereits in der Ausbildung befinden oder sie schon abgeschlossen haben. Die Berufspilotenausbildung inklusive Fluglehrerlizenz für den Hubschrauber dauert an der HAA zwölf bis 15 Monate. Verbunden damit ist eine Visa-Erteilung, die den Piloten im Anschluss an ihre Ausbildung eine bis zu zweijährige Arbeitserlaubnis in den USA ermöglicht, um die für diesen Beruf so wichtige Flugerfahrung zu sammeln. Sie ist Voraussetzung, um später in Deutschland eine Anstellung als Pilot zu finden.

Während der insgesamt rund dreijährigen Ausbildungszeit werden die Flugschüler künftig eng von Mentoren der ADAC Luftrettung begleitet und auf die Arbeit als Rettungshubschrauberpilot vorbereitet. Zudem werden besonders auf den Luftrettungsdienst zugeschnittene Praxiselemente in die Ausbildung integriert. Im Durchschnitt kehren die Absolventen der HAA mit 1000 bis 1200 Flugstunden im Logbuch in ihre Heimat zurück – eine gute Basis für den Berufseinstieg. Wer für die ADAC Luftrettung fliegen möchte, muss 1000 Flugstunden absolviert haben, mindestens 500 davon im Rettungsdienst oder einer vergleichbaren Tätigkeit.

„Die Kooperation mit der HAA ist ein weiterer Baustein bei der Personalgewinnung, mit dem wir unsere Nachwuchsrekrutierung auf ein innovatives und zukunftsfähiges Fundament stellen. So können wir frühzeitig Engpässe bei der Besetzung von neuen oder freiwerdenden Stellen vermeiden und die notfallmedizinische Versorgung der Bevölkerung aus der Luft auch in Zukunft garantieren“, sagt Frédéric Bruder. “Wir sind sicher, dass wir mit diesem Programm eine weitere deutsch-amerikanische Erfolgsgeschichte schreiben“, erklärt Natalia Cimpean.

Für die Betreiber von Luftrettungsstationen in Deutschland wird es immer schwieriger, geeignete und ausreichend qualifizierte Piloten für das Cockpit eines Rettungshubschraubers zu gewinnen. Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels ist, dass die Bundeswehr aufgrund von Umstrukturierungen deutlich weniger Helikopterpiloten ausbildet als früher – womit auch der Nachwuchs für Rettungshubschrauber fehlt. Allein in den nächsten zehn Jahren rechnet die ADAC Luftrettung mit 100 bis 200 zu besetzenden Stellen. Die Zahl ist so hoch, weil die europäische Luftfahrtaufsicht EASA die maximale Dienstzeit pro Tag weiter reduzieren möchte und Einsatzbeschränkungen für ältere Piloten drohen. Zudem nimmt die Zahl der Stationen mit erweiterten Einsatzzeiten bis in die Abend- und Nachtstunden zu. Auch weil die medizinische Versorgung im ländlichen Raum in vielen Regionen immer schwieriger wird.

Eine zusätzliche Einstiegshürde in den Beruf sind neben den hohen europäischen Voraussetzungen für den Einsatz als Pilot in den HEMS (Helicopter Emergency Medical Services) die hohen Kosten der Ausbildung. In Deutschland liegt sie im sechsstelligen Bereich, in den USA durchschnittlich bei 83.000 US-Dollar. Daher muss laut ADAC Luftrettung auch über neue Möglichkeiten der Finanzierung, etwa in Form von Darlehen, nachgedacht werden.

Die ADAC Luftrettung, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feiert, gehört mit mehr als 50 Rettungshubschraubern und 37 Stationen zu den größten Luftrettungsorganisationen Europas. Für die Organisation, die ein Tochterunternehmen der gemeinnützigen ADAC Stiftung ist, arbeiten mehr als 1000 Menschen, darunter rund 160 Piloten, etwa 260 Notfallsanitäter (TC HEMS) und circa 580 Notärzte. Pro Jahr starten die Crews zu mehr als 50.000 Einsätzen.


Wichtige Links:

Kostenlose Webinars und Informationsveranstaltungen Ausbildungsablauf in den USA

Informationen zum Visum und arbeiten in den USA

Mehr zur Kooperation

FAQ der ADAC Luftrettung

FlugRevue Artikel zur Luftrettung in Deutschland

Persönlicher Kontakt zur Flugschule

Videos vom Flugtraining


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  • Hillsboro Aero Academy

Patrick kam im Jahr 2019 von Michigan nach Oregon, um bei der Hillsboro Heli Academy seine Hubschrauber-Pilotenausbildung zu machen. Er arbeitet zur Zeit an seiner Berufspiloten-Lizenz. Lese mehr über seine Erfahrungen mit uns.

1. Wieso willst du Pilot werden und was ist dein Traumjob?

Schon als Kind interessierte ich mich immer für Hubschrauber. Ich erinnere mich, wie ich

jedes Mal aufgeregt war, wenn ich einen Hubschrauber fliegen sah und wollte immer ein Teil dieser Welt sein. Mein Traumjob wäre es, mit einem Kamera-Hubschrauber Baja-Rennen zu verfolgen, Filme zu drehen oder Wissenschaftler von Schiffen in entlegene Gebiete der Arktis zu fliegen.


2. Was können neue Schüler erwarten, wenn sie zu uns kommen?

Ich würde potenziellen Schülern sagen, dass sie mit ihrer Ausbildung Geduld haben sollten. Es gibt viele Faktoren, die einen Einfluss darauf haben, wie schnell ein Schüler sein Training absolvieren kann. Manchmal passt das Wetter nicht oder eine scheinbar einfache Theoriestunde ist weitaus komplexer als erwartet. In jede Entscheidung fließt eine Menge ein, sodass Sie sie nicht beschleunigen können.


3. Wieviel Zeit am Tag sollte man in sein Training investieren?

Ich würde zwar gerne jeden Tag fliegen, aber es ist nicht immer praktisch, wenn du noch im Training bist. Die Theorie ist zunächst einfach, aber man muss Zeit investieren um Aerodynamik, Flugplanung und andere komplexe Aspekte des Fliegens zu lernen. Wenn du dich nicht auf deinen Flug vorbereitet sind, zeigt sich das sehr schnell. Um das zu vermeiden solltest du dich gut auf Flüge und die Theorie vorbereiten.


4. Was gefällt dir am besten an der Ausbildung bei Hillsboro Heli Academy?

Am besten gefällt mir am Trainings in Hillsboro, wie gründlich die Schule dafür sorgt, dass die Schüler auf jeden Aspekt des Trainings vorbereitet sind. Hillsboro macht beim Training keine Abstriche, was dazu führt, dass die Schüler über eine solide Wissensbasis verfügen, die über die Anforderungen hinausgeht. Ich schätze auch, wie ernst die Wartung der Hubschrauber genommen wird. Es gibt viele Horrorgeschichten von Flugschulen, in denen Flugzeuge/Hubschrauber fliegen, die nicht sicher sind.


5. Wieso hast du die Hillsboro Heli Academy für dein Training gewählt?

Hillsboro hat den Ruf, exzellente Piloten auszubilden. Ich habe mehrere Flugschulen kontaktiert, bevor ich mich für Hillsboro entschieden habe. Alle anderen Flugschulen kannten Hillsboro und hatten nur gutes über HHA zu sagen. Als ich einen Rettungshubschrauberpiloten gefragt habe, gab dieser eine Liste von guten Flugschulen. Wir waren uns beide einig, dass Hillsboros Ruf und Programm am besten zu mir passt. Es ist besser, gleich beim ersten Mal richtig zu lernen, als schlechte Gewohnheiten zu korrigieren.


6. Was sind die grössten Herausforderungen während der Pilotenausbildung?

Die größte Herausforderung bei der Pilotenausbildung war für mich zu verstehen, dass es nur um Geduld ging. Wenn du einen Hubschrauber fliegst, musst du sehr behutsam mit der Steuerung umgehen, sonst kann der Hubschrauber schnell außer Kontrolle geraten und dein Fluglehrer muss die Kontrolle übernehmen.


7. Was hat Oregon außerhalb der Flugschule so alles zu bieten?

Nachdem ich nach Oregon zog, habe ich direkt mein Training begonnen. Ich hatte noch keine große Chance, wirklich alles zu erkunden, was Oregon zu bieten hat. Ich bin sehr daran interessiert, meinen Jeep hier im Gelände zu fahren, da es viele tolle Trails gibt. Ich interessiere mich auch für den Gambler 500 in Oregon!

  • Hillsboro Aero Academy

Wir freuen uns, heute einen Erfahrungsbericht eines unserer Absolventen zu teilen, um einen Einblick in das Leben eines HHA Schülers und Fluglehrers zu gewähren.

Mein Name ist Dominik Beiwinkler und ich war von Mai 2015 bis Mai 2019 bei der Hillsboro Heli Academy - zuerst in Ausbildung, dann als Fluglehrer. Ausgewählt habe ich die Schule in Oregon hauptsächlich weil diese eine der wenigen Schulen in den USA ist, die das F1 Visum für die Pilotenausbildung anbieten. Dieses Visum ermöglicht einem nach der Ausbildung für bis zu knapp 2 Jahren als Pilot in den USA zu arbeiten und Erfahrungen zu sammeln. Das Visum zusammen mit dem Professional Pilot Program, in welchem man vom Beginner mehrere Stages durchläuft um am Ende der Ausbildung die Fluglehrer-Lizenz in der Hand zu halten, bieten die besten Voraussetzungen um erfolgreich in den ersten Job einzusteigen.


Schon bei meiner Ankunft am Flughafen in Portland hat mich mein Instructor empfangen und mir bei der ersten Orientierung im fremden Land geholfen. Ich war noch nie zuvor in den USA, aber dank meinem Instructor und den anderen Schülern, die ebenfalls sehr hilfsbereit waren, fiel mir die Eingewöhnung sehr leicht. Die hohe Professionalität und Hilfsbereitschaft aller Mitarbeiter habe ich sehr geschätzt.

Hast du eine Frage oder benötigst Hilfe? Einfach irgendjemanden Fragen und sofort wird einem weiter geholfen. Ich habe für

mein gesamtes Training etwas länger als die normalen 12 Monate gebraucht, weil ich die Gelegenheit genutzt habe um das Land zu erkunden. Ich konnte während der Ausbildung Orte wie Seattle, Los Angeles, Yellowstone, Las Vegas und San Francisco besuchen und kann nur jedem empfehlen etwas zu reisen. Auch war es kein Problem über Weihnachten meine Familie in Deutschland zu besuchen.

Der Troutdale Flugplatz war für mich der perfekte Ausgangspunkt für Trainingsflüge mit dem Helikopter. Es ist genug Platz um sich den Luftraum und die Trainingsflächen mit anderen Schülern zu teilen und ruhig genug um mit der Kommunikation anfangs nicht überfordert zu werden. Nachdem ich die Basics gelernt hatte, war ich dann auch bereit zu größeren Flughäfen sowie in die Berge für Aussenlandungen zu fliegen. Bei jedem Flug fand mein Instructor eine neue Herausforderung für mich, jedoch konnte ich mich immer darauf verlassen, dass er auf unsere Sicherheit achtet. Vor jedem Flug wurde über mögliche Risiken sowie Methoden zur Vermeidung dieser gesprochen.


Nachdem ich meine Prüfung zum Fluglehrer erfolgreich abgeschlossen hatte, hieß es Bewerbungen schreiben und einen Job suchen. Auch hierbei konnte ich auf die Unterstützung von HHA zählen. Die Flugschule hat mich nach einem erfolgreichen Interview und Probeflug direkt als Fluglehrer angestellt. In der Arbeitsphase des F1 Visums konnte ich knapp 1200 Flugstunden sammeln.

Obwohl die Anzahl der Flugstunden wichtig für den folgenden Job ist, zählt auch der Inhalt dieser Flüge. Als Instructor ist somit das Lernen noch lange nicht beendet. Ich habe viel mehr über den Helikopter, dessen und meine Grenzen sowie die äußeren Faktoren wie Wetter und Gelände gelernt als in anderen Einsteigerjobs. Auch konnte ich als Instructor Notmaneuver festigen und mein Sicherheitsbewusstsein vertiefen. Hierdurch bekam ich mehr Vertrauen in mein eigenes Können und das Treffen von Entscheidungen. Wichtig ist außerdem das gute Verhältnis unter den Kollegen und mit den Schülern. Oft trifft man sich am Abend zum Grillen oder Bowlen oder organisiert gemeinsam einen Ausflug zum Strand - gerne auch mit dem Helikopter! Somit fällt es auch leicht Kontakte zu knüpfen und bei der Menge an Piloten, die bei HHA in Ausbildung sind oder waren, läuft man auch überall auf der Welt einem HHA Piloten über den Weg. Und wer weis, vielleicht ist dein Instruktor oder sogar dein Mitschüler später mal dein Chef!


Obwohl meine Arbeitsphase im Mai 2019 abgeschlossen war und ich dann zurück nach Europa kam, habe ich immer noch Kontakt zu meinen Freunden in den USA und bekomme immer noch Unterstützung von meinen Instruktoren. Nun bin ich gerade dabei die europäische Theorie zu lernen um dann die Prüfung zur europäischen Berufspilotenlizenz abzuschließen. Dank den wertvollen Erfahrungen und den vielen Kontakten, die ich bei Hillsboro Heli Academy gemacht habe, sehe ich meine Chancen nun erhöht, meinen nächsten Job in Europa zu bekommen.

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